Bückeburg (mig). Baseball is back in Bückeburg: Zum inzwischen vierten Mal findet in diesem Jahr das beliebte Baseball-Camp der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Bückeburg statt.
Das einwöchige Angebot richtet sich an junge Menschen im Alter zwischen acht und 19 Jahren und umfasst ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Zeltgottesdienst und Theateraufführungen. Das Schnuppertraining, das die Gemeinde veranstaltet hat, um für das Camp zu werben, fand in der Dr.-Faust-Halle statt. Teilnehmer waren Sechst- bis Zehntklässler der Graf-Wilhelm-Schule.
Baseball kann so einfach sein. Der 13-jährige Marco Deckner jedenfalls hat keine Probleme, die kleine weiße Kugel am richtigen Punkt zu treffen. „Mir macht das Zielen Spaß“, sagt der Schüler und macht einige Schwungübungen mit dem Aluminiumschläger. Einmal ausholen – dann knallt das Aluminium gegen das Übungsrund. Marco grinst zufrieden. „Darf ich noch mal?“ fragt er Betreuer Michael Beyer. Baseball kann aber auch schwer sein. Cedric Rodenberg hat zunächst noch Probleme, die richtige Haltung einzunehmen. „Deeper, deeper“, ruft ihm Trainer Steve Edwards zu. Der Schläger muss weiter runter. Nach einem weiteren Versuch hat der Schüler den Bogen raus und die Kugel zischt mit einem satten „Paff“ gen Hallendecke. „Great“, sagt Edwards und klatscht den Jugendlichen ab. „Wenn man den Kids zeigt, wie es geht, lernen sie sehr schnell“, meint er zufrieden.
Jim Lord, der gemeinsam mit Edwards nach Bückeburg gekommen ist, um das Camp mit vorzubereiten, nickt zustimmend. „Die Jugendlichen sind sehr fit“, sagt er. Und: „Man sieht, dass sie sehr interessiert sind.“ Warum sich Baseball für ein derartiges Camp gut eignet? Statt sofort zu antworten, zeigt der Mittfünfziger auf die engagierten Graf-Wilhelm-Schüler. „Man sieht doch, wie schnell sich hier eine Gemeinschaft findet und wie sehr der Teamspirit die Leute begeistert“, sagt er. Das hat Lord schon häufig erlebt. Er hat schon an mehreren Camps teilgenommen und unzählige Freundschaften geschlossen. „Es gefällt mir sehr gut hier, die Menschen sind sehr aufgeschlossen“, meint er. Nur eines stimmt ihn ein wenig traurig: dass Baseball in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle spielt. „Mir hat mein Vater schon mit drei Jahren einen Schläger in die Hand gedrückt“, erinnert er sich. In den USA, sagt Lord noch, gebe es nur einen Sport, der ähnlich beliebt ist: „Und das ist American Football.“
Zu einem echten Baseball-Profi hat sich inzwischen auch Corinna Brockhaus vom Orga-Team der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde entwickelt. Die Kinderdiakonin hat schon an mehreren Camps teilgenommen, das Konzept haben sie von einem ähnlichen Camp in Lübbecke übernommen. „Das Besondere ist die Atmosphäre. Jeder achtet auf jeden, jeder nimmt auf jeden Rücksicht“, erläutert sie. Das sei auch eines der Ziele des Camps, ergänzt der Diakon Andreas Lötzer: „Wir wollen auf diese Weise christliche Werte vermitteln.“ Wie das gelingt, könne man oft schon in den ersten Camp-Tagen beobachten. „Nach und nach wächst eine tolle Gemeinschaft, die sich immer mehr vertieft“, erzählt Lötzer. Ein anderes Ziel, das die Gemeinde mit dem Camp erreichen will, ist sozialer Natur. „Wir erreichen so viele, die sich einen Urlaub finanziell nicht leisten können. Wir wollen den Kindern in Bückeburg etwas bieten können.“
Das Baseball-Camp findet in diesem Jahr in der Zeit vom 29. Juli bis zum 4. August statt. Trainiert werden die Teilnehmer von einem professionellen Trainerteam aus der Partnergemeinde Jacksonville. Ein umfangreiches Rahmenprogramm bietet am Abend einen Zeltgottesdienst mit Theater, Livemusik und Snacks. Da die Plätze heiß begehrt sind, werden bei Anmeldungseingang bis zum 15.5. Kinder und Jugendliche aus Bückeburg bevorzugt. Zusätzlich werden zehn Plätze für Cheerleaders bereitgestellt. Die Teilnahme kostet für das erste Kind einer Familie 38 Euro, für jedes weitere Geschwister 28 Euro. Dafür wird aber auch einiges geboten. Neben dem Training bekommen die jungen Sportler ein Basecap, ein T-Shirt und kalte Getränke.
Kontakt:
www.baseballcamp.efg-bueckeburg.de oder Corinna Brockhaus, (05722) 91 48 09.